Von A nach B, von B nach C, von Familie zu Familie, von Stadt zu Stadt, einmal durch Japan

Wer sein Ziel kennt, findet seinen Weg. [Laotse]

Mittwoch, 20. April 2016

Tokushima - endlich wieder am Meer!!


Da meine letzten Tage doch eher Sommerferien als allem anderen glichen, hier mal ein paar Berichte der letzten Tage.  
Die Temperaturen hier in Japan, gleichen deutschem Hochsommer!! Dabei haben wir hier gerade mal Ende April. Die Sonne steht extrem hoch und brennt erbarmungslos vom Himmel, so dass ich mir schon mehr als einmal einen Sonnenbrand geholt habe. 
Im Moment bin ich nicht bei einer Familie, sondern reise so von Hostel zu Hostel. Es ist schön, einfach mal in den "Ich genieße jetzt"-Modus zu schalten und mal nicht zu arbeiten. 
Am 15.04. brachten wir meine Mutti zum Bus und sie flog wieder nach Deutschland. Ich bin ihr sehr, sehr dankbar, dass sie diese lange Reise auf sich genommen hat! Es waren wundervolle drei Wochen, welche ich sehr genossen habe! Danke Mama! 
Am 17.04. ging es dann auch für mich weiter. Ein paar Tage vorher, hatte ich meinem neuen Host geschrieben, wann ich wo ankommen würde, doch es kam bis heute keine Rückmeldung. Also entschied ich für mich, jetzt erst einmal zwei Wochen mein Ding zu machen. Japan genießen, Rad fahren, am Strand liegen, einfach mal zur Ruhe kommen. Und ich muss sagen, bis jetzt klappt das wunderbar! 




Durch Glück und langes Suchen, fand ich ein sehr gutes AirBnB in Tokushima. Es ist eine Art Hostel, nur wesentlich kleiner und im Privatbetrieb. Von hier aus wurde von mir die Stadt und ihre Umgebung erkundet. 


Mein erstes Ziel war es, nach Naruto zu fahren und mir dort die Wasserstrudel anzuschauen, welche bei den Tidenwechseln entstehen. Ein absolut abgefahrenes Naturschauspiel! 


Doch nicht nur die Strudel waren faszinierend. Auch die Landschaft, welche sich rund um die Brücke erstreckt, ist einfach wunderschön. Das Meer ist klar, blau und überhaupt nicht kalt. Überall strahlende Farben und eine Tierwelt, welche mich staunen lies. 




Auf dem Rückweg wurde ich auf der rechten Seite von der untergehenden Sonne und auf der linken Seite vom aufgehenden Mond begleitet. Die rote Sonne verlieh dem Mond einen warmen Grauton und ermöglichte es mir, ein wundervolles Foto zu machen.


Heute startete ich meine zweite Radtour. Erst ging es 270m hinauf, auf den Mt. Bisan. Der Blick, welchen ich von hier aus über Tokushima hatte, war einfach wundervoll! 
Nachdem ich den Weg nach unten wieder gefunden hatte, fuhr ich noch an der Küste entlang und beendete meine Tour mit ein paar schönen Wellenbildern. 
Morgen geht es für mich weiter nach Wakayama, wo ich ebenfalls drei Nächte in einem Hostel übernachte. 


Mittwoch, 13. April 2016

Versteckt in den Bergen um Kochi

Wer den gelben Stern findet, weiß, wo wir in den Bergen wohnen.
Mit dem Nebel aus den Betten gekrochen, überraschte uns unsere Gastgeberin mit einem Aufräumauftrag. So verbrachten wir den verregneten Donnerstag in einem ihrer zahlreichen Nebengebäude und entdeckten interessanete, nostalgisch-japanische Gartenwerkzeuge. Völlig verstaubt und muskellahm krochen wir noch zur Dusche und anschließend in unsere Betten. Am Freitag wurden wir mit schönstem Sonnenschein und lustigem Vogelgezwitscher aufgeweckt. Wir gaben uns selbst die Aufgabe, aus Bambus, einen neuen Kompost zu bauen. Nach einigem hin und her, wie wir es denn nun anstellen sollten, begannen die großen Bauarbeiten. 
Es wurden Pfähle für die Ecken gesucht, mit der Mini-Kettensäge Bambus gekürzt und neue Bäume gefällt. Wir werkelten den ganzen Tag und konnten am Abend ein sehr gelungenes Ergebnis bestaunen. Unsere Gastgeberin war begeistert und bedankte sich, nach japanischer Manier, tausendmal. 


Takenoko - japanischer Babybambus

Der Samstag sollte für uns ein sehr lehr- und arbeitsreicher Tag werden. 
Denn an diesem super sonnigen Tag, gruben wir Takenoko's aus. Diese Bambussprösslinge wachsen aus den Wurzeln der großen Bäume und sind in Japan ein beliebtes Gericht der Landbevölkerung. Doch diese, in der Erde und unter hohem Gras versteckten Biester, muss man erst einmal finden und aus dem Boden bekommen. Wir rückten ihnen mit dem Freischneider, Spitzhacke und Spaten zu Leibe. In praller Sonne wurde nun gesucht, gegraben und gebuddelt. Gegen Ende wurden die geerntetn Sprösslinge geschält, zurecht geschnitten und in einem riesigen Topf gekocht. In den darauffolgenden Tagen, bereitete unsere Gastgeberin eine Sorte mit Sojasoße zu und eine andere, nur mit Wasser, welche von uns aufgeschnitten und in großen Netzen getrocknet wird.


Den Samstag Nachmittag hatten wir frei und nutzten diesen um den "Auberge Tosayama" Onsen zu besuchen. Auf unserer 2,5km langen Wanderung durch die japanischen Berge, begegneten uns einige farbenfrohe Blumenexemplare.
Auch wenn ich in den vergangenen 8 Monaten viele faszinierende Pflanzen und Tiere zu Gesicht bekam, schaffen es die besonderen Blumen, auf diesem 34. Breitengrad, mich immer wieder auf's neue zu beeindrucken. In unglaublicher Vielfalt und endlosen Farbvariationen stehen hier solche zarten Geschöpfe, wie Orchideen, einfach so am Straßenrand herum. Azallen, welche bei uns maximal im Blumentopf, auf der sonnigen Fensterbank überleben, tummeln sich hier in jedem Gebüsch.
Eine weitere wundervolle Blüte existiert auf Shikoku in 32 verschiedenen Varianten – die Camelie. Auch sie zähl hier zu den Allerweltsbüschen am Straßenrand.  



Sightseeing - Vom Kochi Castle bis zum Katsurahama Strand

Heute mal ein Mix von Katrin und Tanja: Genau so schnell wie es abends dunkel wird – als ob jemand den Lichtschalter betätigt – wird morgens das Licht angeknipst. Um 4 Uhr ist es hell. Heute klappten auch meine Augen schon zu dieser Zeit auf, da wir hier jeden Abend schon so zeitig schlafen. Gestern bereits 21 Uhr. Ich lauschte dem wilden und wirren Vogelgezwitscher und schlummerte immer nochmal so ein bisschen rum. 
Um 8 Uhr ging es los. Wir fuhren mir unserer Gastgeberin nach Kochi. Heute war Sightseeing angesagt. Sie lud uns beim Castle ab und das Abenteuer begann. Beim Aufstieg zum Castle zeigten sich bereits die ersten Fotomotive – ab da gab es kein Halten mehr – den ganzen Tag wurde geknippst.
Unser Plan sah folgendermaßen aus:
Kochi Castle --> Sunday market --> Chikurinji Tempel --> Katsurahama Strand
Da Plan und Tag den selben Weg gingen, folgt die Vorstellung der Stationen in genau dieser Reihenfolge. 
Das Kochi Castle ist klein, aber fein. Ein sehr altes, beeindruckendes Gebäude, welches innen so verschachtelt ist, wie ein Labyrinth. Wie immer mussten am Eingang die Schuhe ausgezogen und in Boxen verstaut werden. Alle liefen auf Socken und in einem Teil konnten Pantoffeln angezogen werden. Hier wäre ein Loch in der Socke ein enormer Fehltritt! Zum Glück waren unsere Strümpfe lochfrei!
Der Markt dagegen ist groß, lang und voll mit Menschen, welche frisches und verarbeitetes Gemüse, Fisch, Trödel, Pflanzen, alle Varianten an Orangen und Handwerkliches einkaufen. An zahlreichen Ständen gab es lokale Leckereien und auch an Probiermöglichkeiten wurde nicht gespart. Am beeindruckendsten waren die vielen Messerstände und die der Gartenkünstler mit ihren Bonsais.  


Nachdem wir uns satt gesehen hatten, ging es mit dem Bus weiter zum Chikurinji Tempel. Dies ist einer der Pilgertempel des "Ohenro". Ohenro ist der Name eines buddistischen Pilgerweges, auf dem die Gläubigen wandern und nacheinander 88 Tempel besuchen.
Die Tempelanlage betraten wir durch ein großes Tor, bei dem uns bereits die Holzkonstruktion faszinierte. Danach empfing uns eine märchenhaft anmutende, völlig in Grüntöne gehüllte Parkanlage. Der Boden war vollständig mit Moos überzogen. Das muss der Wohnplatz von Prinzessin Mononokes Waldgeistern, Kodamas, sein!
Noch eine lange Treppe hinauf und ein Paradies von zarten Blättern des japanischen Fächerahorns umgab uns. Traumhaft schön!
Was will das Herz eines Reisenden mehr?!? ..und es kam noch besser...


Der SpecialTouristenbus brachte uns das letzte Stück bis zum Katsurahama-Beach. Oh ja, der Blick auf den Pazifik konnte die altehrwürdige Tempelanlage übertreffen. Sanft, mit ungestümen Passagen durchsetzt, schwappten die Wellen an den Kieselstrand. Unsere Füße ließen wir vom Pazifikwasser umspülen und unsere Hosen nass platschen. Der Blick vom Felsen mit dem kleinen roten Tempel bot uns einen Farbenrausch an Blautönen über einem endlos erscheinenden Ozean. Unglaublich, dass diesem so wundervoll schimmernden Pazifik solche unheilvollen Riesenwellen entspringen können. 


Orientierungshilfe


Mittwoch, 6. April 2016

Shikokus Pazifikseite


Mitten zwischen den Häusern fährt ein Zug, ein Polizist kümmert sich mit freundlicher Ernsthaftigkeit um eine sichere Straßenüberquerung, am großen Busschild prangt unser neues Ziel: KOCHI. (Kotschie gesprochen)
Nach 2 1/2 Stunden Busfahrt, einmal quer über die bergreiche Insel Shikoku, wo die Straße durch mindestens 30 Tunnel führte, kamen wir in dieser riesigen Stadt am Pazifik an. Von der Stadt selbst nahmen wir nur endlos dauernde Verkehrsverstopfung wahr, da unsere neue Gastgeberin uns sofort in die Berge entführte. Die Straße zu ihrem Haus schlängelte sich unaufhaltsam bergauf. Am Ende war sie so schmal und so steil, dass uns himmelangst wurde. Wo fährt sie in der Dunkelheit mit uns hin???
Am nächsten Morgen zeigte sich ein schönes altes japanisches Haus am Hang klebend mit Terassengarten und Bambuswald. Drei hübsche Katzen, ein blinder Hund und zwei Hühner mit Hahn leben hier mit einer ehemaligen Kendomeisterin Japans an einem wahrhaft märchenhaften Ort.
Wir haben unser Zimmer und eine eigene Küche in einem separaten Gebäude.


Heute tobten wir uns bei schönstem Sonnenschein im Garten aus. Grünkram entfernen an allen Ecken und Enden ist vorerst unsere Hauptaufgabe. Daneben Hühner und Katzen versorgen sowie uns selbst.


In unserer Mittagspause gingen wir durch die Pforte an der Grundstücksrückseite und erkundeten den Tempel im Nachbarwald. Ein sehr alter Schrein und riesengroß.  Die ihn umgebenden Bäume sind ebenfalls riesig.


Vom Schrein führte ein Weg hinunter zum Fluss. Er führt absolut klares Wasser. Wir hätten gern darin gebadet, doch wie an Tanjas Gesicht abzulesen ist, leider noch zu kalt. So widmeten wir uns den interessanten Pflanzen am Uferrand und entdeckten endlich die Makroeinstellung an der Kamera.


Wir sind sehr neugierig auf die kommenden Tage!!

Neue Insel, neues Glück...

Hallo meine Lieben,

nach langer Zeit des Schweigens, bedingt durch fehlendes WLAN, gibt es jetzt erst wieder etwas zum Lesen. Es ist viel passiert!!! Ich habe viel Neues gesehen, erlebt und erfahren und wieder jede Menge neue interessante Menschen kennengelernt. Außerdem ist meine Mama seit inzwischen anderthalb Wochen zu Besuch.
Im Moment bin ich auf der größten Nebeninsel Japans, namens Shikoku und in diesem Eintrag geht es um meine erste Station auf dem kleinen Eiland: Matsuyama. 
Nach meinem etwas überstürzten Aufbruch in Hiroshima, brachte mich die Fähre von dort aus zur Anlegestelle im Hafen von Matsuyama. Empfangen wurde ich hier von einem wundervollen Sonnenuntergang und einem sehr netten Gastgeber, welcher mich vom Bahnhof abholte. Hier auf Shikoku musste ich feststellen, dass meine Karte, mit welcher ich sonst immer Bahn fahre, nicht funktioniert. Also wieder Papiertickets am Automaten kaufen und mir von den Bahnangestellten auf japanisch helfen lassen. 
Die Farm, auf welcher ich in den drei Wochen arbeitete, liegt auf einem kleinen Berg, von welchem man einen wundervollen Blick auf das Inlandmeer von Japan hatte.  
Zusatz von Mama Katrin: dort gibt es einen höchst interessanten Vogel. Dieser begann in großer Eile sein Gezwitscher, verhaspelte sich allerdings irgendwann und zwitscherte stotternd und mit unrhythmischen Tönen weiter. Es klang dann immer so, als würde er über sich selbst lachen. Sehr sympathischer Vogel!!


Bevor meine Mama mit dem Flieger hier landete, erkundete ich Matsuyama noch etwas im Alleingang. Auf einem der zahlreichen Berge, fand ich eine europäisch anmutende Burg. Wirklich sehr hübsch und ich hatte eine wundervolle Aussicht über die ganze Stadt. Auch der Mond zeigte sich mir in der ersten Woche von seiner besten Seite. Dadurch, dass wir auch nachts einen klaren Himmel hatten, konnte ich schöne Fotos machen.  


Kirschblüten und Besuch

Endlich ist es soweit. Meine Mama ist in Japan gelandet und begleitet mich ganze drei Wochen auf meiner Reise! :D Ich freue mich so, meine Erlebnisse und Erfahrungen nun mit ihr teilen zu können. 
Mit ihrer Ankunft begann in Japan die Kirschblütenzeit. Überall findet man weiß und hellrosa blühende Bäume. Bei den kuschligen Temperaturen der letzten Tage sind sie bis zum Hanamifest am letzten Samstag förmlich explodiert. 
Nun machen gleich zwei Verrückte Japan unsicher. =)


Doch wir waren nicht nur sightseeingmäßig unterwegs. In Matsuyama arbeiteten wir in einem Landwirtschaftlichen Betrieb. Hier werden im März "Soramame" Pflanzen angebaut. Wortwörtlich übersetzt heißen sie Himmelsbohnen, doch im deutschen werden sie Saubohnen genannt. Die Pflanzen müssen hochgebunden und in Bodennähe verschnitten werden. Eine sehr aufwendige Arbeit, bei welcher man am Ende des Tages nicht wirklich sieht, was man geschafft hat. Doch dies war nicht die einzige Arbeit. Wir sammelten Steine von den Feldern, befreiten die Zwiebelpflanzen von der schwarzen Schutzfolie und verteilten per Hand Dünger auf den Feldern. In Japan ist es sehr schwer mit großen Maschinen zu arbeiten, da die Erde hier sehr sandig ist und die Felder und Wege nicht sehr breit oder groß. Heißt zusammengefasst, entweder sehr kleine Traktoren oder Maschinen oder ackern per Hand. 


Farbenpracht in Japan

Nicht nur der Herbst ist in Japan farbenprächtig und einfach wunderschön, sondern auch der Frühling beeindruckt mit intensiven Farbkombinationen. Im Winter werden hier Orangen und Mandarinen geerntet, von welchen nun noch einige an den Bäumen hängen. Doch auch die Blumen, Tiere und Landschaften spielen mit dem täglich intensiver werdenden Sonnenlicht. Von blauen Sternblumen, über Osterglocken und die nun erblühenden hellrosanen Kirschblüten ist alles mit frischen Farben durchzogen. Sogar die Tiere schmücken sich für die neue Jahreszeit. 


Die Japaner feiern diese farbenprächtige Zeit mit dem so genannten "Hanami"Fest. Hier trifft man sich zu einem Picknick im Park, sitzt gemütlich unter blütenbeladenen Kirschbäumen und genießt das Beisammensein bei Sushi, Bier und guter Musik. Die Tänzer, welche ihr hier betrachten könnt, nennen sich "Yossakoi" Tänzer. Sie unterhalten die Hanamigäste mit traditionellen, japanischen Tänzen, welche die Farbenpracht dieser Zeit symbolisieren. Hier findet ihr auch ein Video, welches wir aufgenommen haben. Hier der Link zu dem Video: https://youtu.be/-dhtkxXqTBw
Hier noch ein Link zur Seite der Gruppe: http://iyosakoihanabi.dip.jp/


Bevor es für uns mit dem Bus nach Kochi ging, übernachteten wir in einem traditionellen japanischen Hotel, einem Ryokan. Wir ihr bestimmt noch wisst, habe ich an meiner ersten Station in Takeoka in einem solchen gearbeitet. Doch es war nochmal ein ganz anderes Erlebnis als Gast in einem zu nächtigen.
Katrin: Total verrückt war der Service. Schon allein die Begrüßung, so ein herzliches Willkommen und eine unfassbare Freundlichkeit - NICHT nur gespielt!!!! Der Gast ist in diesen Häusern sogar mehr als nur König. Die Lage des Ryokans direkt am Dogopark, eine geschmackvolle und auf bewusst schlichte Akzente setzende Einrichtung rundete das ganze Paket ab. Mir gefiel ja der kleine Bibliotheksraum sehr. Clapton unplugget und Simon and Garfunkel in gutem Sound, da hüpft das frisch im Onsen gestärkte Herz!


Ahoi, fröhliches Matsuyama und auf zur Ostseite von Shikoku an den Pazifik. 
Unsere Reise führt uns nun nach Kochi.

Montag, 7. März 2016

Miyajima - Insel, Schrein und Paradies

Neues von Unterwegs

Hey, 
hier in Yuki, mitten in den japanischen Bergen, gibt es leider nicht all zu viel, was ich euch zeigen könnte. Doch zum Glück gibt es neue Freunde und freie Tage, an welchen ich die Umgebung von Hiroshima erkunden kann. Ich wurde somit am Dienstag von Miho-san eingeladen, mit ihr den Miyajima Schrein zu besichtigen. Das stand für mich eh noch auf dem Plan und somit passte das ganz gut. 
Wir trafen uns in aller Frühe, um 8 Uhr morgens, in Hiroshima und fuhren dann gemeinsam mit Zug und Fähre nach Miyajima. Der Schrein ist auf einer relativ großen Insel gelegen, welche komplett zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. 


Die Tempelanlage ist riesig und eindrucksvoll. Auf den Dächern lag eine leichte, pudrige Schneeschicht, was der ganzen Szenerie eine unglaubliche Schönheit verpasste. 


Auf dem ganzen Island waren kleine Schreine und Gebetsorte zu finden. Von höhlenähnlichen Räumen, über kleine Häuser, bis hin zu einfachen Steingebilden in der freien Natur. 
Die Tiere laufen hier alle frei herum und es wird von den Besuchern erwartet, sie nicht zu füttern oder anderweitig zu stören. Hier in Japan klappt das wirklich gut. Sogar die kleinen Kinder halten sich daran. Ein wirklich wundervoller und friedlicher Ort.



Für mich und Miho ging es dann noch zu Fuß von 0 Höhenmeter auf 535 Höhenmeter. Über viele Stufen, Hänge und unwegsame Pfade, ging es hinauf auf den Mt. Misen. Dies ist der höchste Berg auf der Insel und die Aussichtsplattform auf seiner Spitze bietet bei klarem Wetter eine atemberaubende Aussicht. Uns hat leider der dauerhaft anhaltende Schneefall einen Strich durch die Rechnung gemacht.... 


Zum Abschluss noch ein paar Eindrücke aus der faszinierenden Tierwelt dieser kleinen Insel. Überall blühten die Pflaumenbäume und die Rehe veranstalteten die witzigsten Choreographien, welche ich je gesehen habe. 
Hier ein kleines Video dazu: https://youtu.be/fhxGNCGYXkg 
 Viel Spaß beim Anschauen und Lachen. :D 


An meinem nächsten freien Tag, werde ich meine Stadt in den Bergen erkunden und sie euch vorstellen. Ein paar Bilder habe ich schon gemacht, doch sie reichen noch nicht für einen Eintrag.

Barfuß durch Hiroshima...


Ich stehe in einem Park. Der Wind streicht mit durch die offenen Haare und meine nackten Füße graben sich in das weiche Gras. Es ist warm, obwohl es erst Mitte Februar ist. Die Sonne scheint kraftvoll zwischen den vielen Bäumen hindurch und die Strahlen, welche mein Gesicht treffen, hinterlassen warme Spuren. Mit geschlossenen Augen stehe ich mitten im Hiroshima Friedenspark und höre dem Leben zu. Menschen lachen, reden und staunen. Leise und laut. Kinder schreien, Hunde bellen. Ich lächle. 
Ich kann sie spüren. Die Hoffnung, den Frieden, die Liebe welche diese Stadt erfüllt. Doch in den Schatten lauern die dunklen Erinnerungen. Wenn sich Wolken vor die Sonne schieben, kann ich es spüren, hören und mit allen Sinnen wahrnehmen. Dann wird es kalt und mir läuft ein Schauer über den Rücken. Aus der wundervoll grünen Stadt wird eine graue Ruinenlandschaft. Aus dem Lachen der Kinder wird ein verzweifeltes Schreien und Wimmern. Ich höre Feuer knistern und der Wind hat einen unangenehmen Beigeschmack von Rauch, Schwefel und verbranntem Fleisch.
Mir wird etwas flau im Magen. Das Gras unter meinen Füßen ist heißer, staubiger Erde gewichen und eine Welle der Verzweiflung und des Mitleids überfluten mich. 
Doch im nächsten Moment ist die Sonne schon wieder da und vertreibt mit ihren warmen Händen all diese schrecklichen Bilder. Doch sie werden nie ganz verschwinden. 
Und das ist auch gut so. Wir sollten uns immer an diesen schrecklichen Tag erinnern, sollten die Menschen, welche ihn nicht überlebt haben in Ehren halten und unser Bestes geben, um die Wiederholung so eines Ereignisses zu verhindern. 


Ich habe die Fotoaufnahmen gesehen, habe die Einzelschicksale gehört und weiß, dass so viel Leid, kein Mensch und kein Land verdient hat! Niemals! 

Ich öffne die Augen wieder und schaue mich um. Alles ist grün. Hoffnung. Das ist das, was so viele Menschen stark gemacht hat und das ist der Grund, warum diese Stadt, wie ein Phönix aus der Asche wieder auferstanden ist. Ich möchte euch mitnehmen und euch diese wundervolle Stadt etwas näher bringen. 
Mein neues Ziel sind der Bomben-Dom und die Burg von Hiroshima. 
Ich hebe meine Schuhe auf und laufe los. 
Barfuß durch Hiroshima.


 - Gedenkmonument für Hiroshima, Stadt des Friedens-
(Mahnmal für die Opfer der Atombombe)
Errichtet am 6. August 1952

"Mögen alle Seelen hier in Frieden ruhen, denn wir werden die Katastrophe nie wieder zulassen."

Dieses Monument verkörpert die Hoffnung, dass die Stadt Hiroshima, die am 6. August 1945 durch den ersten Atombombenangriff der Welt zerstört wurde, für immer eine Stadt des Friedens sein möge. Der Steinsarkophag im Zentrum enthält das Register mit den Namen der verstorbenen Opfer der Atombombe. Die Inschrift an der Frontseite ist ein Gebet für den Seelenfrieden der Opfer und ein Aufruf an die gesamte Menschheit, die Katastrophe des Krieges nie mehr zu wiederholen. Es drückt den Geist Hiroshimas aus - den Leiden widerstehen, den Hass überwinden, nach Harmonie und Wohlergehen für alle streben und einen echten, dauerhaften Weltfrieden schaffen. 
- Zitat, Gedenktafel vor dem Hiroshima Gedenkmonument 


Hier noch ein kleiner Einblick in die Schönheit von Hiroshima. Ihr seht die Burg von Hiroshima und die Straßenbahnen, welche hier durch die Stadt fahren.


Dienstag ist mein freier Tag, hier an meinem neuen Ort und ich besuche mit einer Bekannten den Miyajima Schrein. Hier noch ein paar Fotos von Yuki, der Stadt in den Bergen um Hiroshima, wo ich im Moment und für die nächsten drei Wochen leben werde.

  
Hier arbeite ich in einem kleinen Café, zusammen mit Yo-chan. Sie ist eine Freundin meiner Gastfamilie und leitet das Café in Yuki. Es macht super viel Spaß hier zu arbeiten und mein japanisch wird auch von Tag zu Tag besser. 

Die Tage rennen und der heutige ist auch schon wieder rum. Jetzt gehe ich schlafen und freue mich auf meinen morgigen Arbeitstag. 
Bis später meine Guten :*  

Dienstag, 23. Februar 2016

Erdbeeren... überall Erdbeeren!!! O_o

Ja meine Guten, ich bin dem Erdbeerwahn verfallen!!
Hier, in Hirokawa, darf ich auf einer Erdbeerfarm arbeiten. Die Arbeit besteht daraus, jeden Tag die alten verfaulten Blätter und Erdbeeren an den Pflanzen abzupflücken und diese somit zu säubern. Das ganze wird im Sitzen absolviert, was natürlich nicht so gut für meinen Rücken ist. Aber wofür gibt es Sport.

Doch wir sind nicht nur im Gewächshaus unterwegs. Die Gastfamilie hier unternimmt erstaunlich viel mit seinen WWOOFern. So wurden wir vor ein paar Tagen zu einer Bustour mitgenommen. Hier ein paar Eindrücke.

Im folgenden Bild seht ihr eine Kunstausstellung. Die Gebäude sind sehr futuristisch gestaltet und werden zu unterschiedlichen Zwecken genutzt.


Hier waren wir in einem Holzkunst Museum. Es ist erstaunlich wie filigran alles gearbeitet ist.



Von einem Museum in das nächste, eine Station interessanter als die andere. 
Zum krönenden Abschluss ging es in ein Sake Museum. Sake ist japanischer Reiswein, welcher in einer sehr aufwendigen Prozedur hergestellt wird. 


Doch die meiste Zeit des Tages verbringen wir WWOOFer im Gewächshaus. Doch dieses Gewächshaus hat auch seine schönen Seiten. Hier ein kleiner Einblick.


Mit diesen wundervollen Bildern verabschiede ich mich erst einmal. Das nächste mal, wenn ihr von mir hört, bin ich wahrscheinlich schon bei meiner nächsten Station in Hiroshima. 

Bis dahin, bleibt gesund und lasst mir ein paar Kommentare da. ^^