Von A nach B, von B nach C, von Familie zu Familie, von Stadt zu Stadt, einmal durch Japan

Wer sein Ziel kennt, findet seinen Weg. [Laotse]

Mittwoch, 16. Mai 2018

Neues Leben!


1. Ich plaudere etwas aus dem Nähkästchen und erzähle, wie es bei mir im Moment Privat aussieht und was sich in den letzten 4 Monaten verändert hat.

Am 14.11.2016 habe ich diese Zeilen geschrieben.
Das ist inzwischen auch schon wieder fast anderthalb Jahre her! Wir schreiben den 16.05.2018.
Wenn man jedoch von dem erstgenannten Zeitraum ausgeht, war ich zu diesem Zeitpunkt seit fast 5 Monaten wieder in Deutschland.
Ich bin unglaublich froh wieder hier zu sein und doch vermisse ich das wundervolle Land immer wieder. Wenn ich Menschen von meinen 
Erfahrungen erzähle, entsteht ein unglaubliches kribbeln und ziehen in meinem Bauch, als ob mein Körper sich einfach wieder in den Flieger setzen und nach Japan fliegen will. Gerade in Momenten wie jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, fehlen mir Land und Leute sehr. 


Und doch genieße ich auch das Leben hier in vollen Zügen. Ich wurde auf eine unglaublich schöne und liebevolle Art und Weise von meinen besten Freunden und liebsten Menschen empfangen. Sowohl am Flughafen, als auch am nächsten Tag zu Hause. 



Danke Bruderherz und danke Vicky! 
Danke ihr lieben für die tolle Überraschung! 















An dieser Stelle möchte ich mich ganz besonders bei euch bedanken! 

Danke Vicky, dass du mich in Japan aufgefangen hast und mich auch in Deutschland mit empfangen hast! Du hast meine Reise abgerundet! 

Danke Laura, Lukas und Julius dafür, dass ihr so unglaublich tolle Freunde und Menschen seid, die immer für mich da sind und die mein Leben immer wieder mit neuer Magie versorgen. 

Danke an meine Familie, dass ihr mir so viel Rückhalt gegeben habt, als alles nicht so rosig war oder ich mich allein gefühlt habe. Danke an meine Mum, die mich sogar besucht hat und danke an Tim und Lena, ihr seid die besten Geschwister die man sich wünschen kann! 

Und zu guter letzt, danke Chris. Danke für inzwischen fast 2 Jahre voller Liebe und Erinnerungen! Zu unserer besten Zeit trennten und mehrere tausend Kilometer. Einmal um den halben Globus haben wir uns wieder gefunden und lieben gelernt. Danke für die unglaubliche Überraschung an meinem ersten, vollwertigen Tag in Deutschland. Auf das es noch viele weitere gemeinsame Jahre werden. Egal wie viele Kilometer uns trennen, mehr als die Entfernung von Japan und Kanada werden es eh nicht mehr. 

Jetzt bin ich bald seit genau zwei Jahren wieder in Deutschland. Und in diesen zwei Jahren ist jede Menge passiert. 

1. Ich habe mein erstes Tattoo. 

Ja, es tat weh! 
Nein, ich bereue es nicht! 
Ja, ich würde und ich werde es wieder tun! 

Gedanke: Fuck, Fuck, Fuck!! AUAAAA!!! 



















Danke an Art & Style Tattoo- und Piercingstudio in Jena und speziell Danke an Magret für das wundervolle Ergebnis! 


Für alle die es nicht sofort erkennen, es ist eine Pazifik-Zentrische Karte der Erde. Natürlich mit Japan in der Mitte. Das Herzstück der Karte und auch mein Herzstück!  

2. Die Haare wurden radikal verändert! 


Erst kam im August ein hübscher Undercut zu meiner ja eh schon recht großen Frisurenpalette hinzu und im November mussten sie dann komplett dran glauben. Ich für meinen Teil bin jedoch sehr zufrieden. 
Denn nichts ist so beständig wie Veränderung. Und genau dafür steht auch das Wirrwarr auch meinem Kopf. 
Übertroffen wurde das ganze dann nochmal im Januar vor einem Jahr. Seit dem lasse ich sie wieder länger werden. 


Falls ihr euch auf dem letzten Bild wundert, was ich da mache? Boxtraining!
Ja, auch sportlich hat sich bei mir viel getan. Das ist sozusagen Veränderung Nummer 3. 


Lacrossetraining - Technisch mehr als anspruchsvoll! 

3. Sport for live! 

Als ich in Halle mit studieren angefangen habe, suchte ich neben der geistigen Herausforderung auch die körperliche.
Über den Uni-Sport haben wir viele Möglichkeiten uns auszuprobieren. Ich fing an zum Boxen zu gehen und muss sagen, dass ist bis jetzt die Sportart, die mir am meisten Spaß macht. 
Ich bin Stammgast in der örtlichen Schwimmhalle, gehe einmal die Woche ins Fitnessstudio. Meine Wege in der Stadt lege ich mit dem Rad zurück und seit diesem Semester gehe ich zum Tacfit, Pilates, Lacrosse und Klettern. Ja, viel, ich weiß. Aber ich habe auch große Ziele und bin meinem Freund für jeden Arschtritt dankbar! 


4. Das Studium 

Wie viele vielleicht schon wissen studiere ich in Halle an der Saale. Eine wunderschöne Stadt in Sachsen-Anhalt. (Und das "wunderschön" ist vollkommen erst gemeint!) 
Ich habe nach 3 Höllenmonaten im Wohnheim eine schöne WG gefunden mit Menschen die ich sehr zu schätzen weiß und mit denen jeder Tag einfach toll ist! 

Meinen Wünschen und Träumen bin ich treu geblieben. 
Ich studiere, inzwischen im 4. Semester, Medien- und Kommunikationswissenschaften und Japanologie. 
Meine letzte große Sprachprüfung habe ich im Februar diesen Jahres hinter mich gebracht. 
Ein dickes Danke an diese Stelle an meine Mama, die mit mir diesen Höllischen Leistungsdruck ausgehalten und mit mir gelernt hat. 
Das Studium macht riesigen Spaß und ich bereue keine Sekunde! 

Damit ihr wisst wie ich im Moment so aussehe.

2. Ich weihe euch in meine Pläne ein, plaudere vom Studium und mache neugierig auf weitere Reisen.

Erstmal Danke an alle die bis hier gelesen haben und um den Spannungsbogen etwas oben zu halten gibts es die Infos zur Überschrift im nächsten Post. 
Freut euch drauf und lasst mir ein paar Kommentare da. 









Freitag, 9. Dezember 2016

Kumano Kodo - Eine Reise durch das Leben

Sagt mal, Seid ihr schon einmal gepilgert?
Also nicht einfach nur gewandert, sondern einen Weg gelaufen, den vor euch schon tausende, gläubige Menschen gelaufen sind? Damit meine ich nicht nur nach Jerusalem oder so, sondern überall auf der Welt. Japan ist voll von solchen Wegen. sowohl Buddhistisch aus auch Shintoistisch.
Ich bin hier, in der Kirinosato Herberge, direkt an einem solchen, buddhistischen Pilgerpfad.

https://www.youtube.com/watch?v=zQkvRr2cNIo

Tag 1 

Ausgestattet mit guten 20kg Gepäck auf dem Rücken (Zelt, Schlafsack, Essen usw.) geht es los. 
37 km liegen vor mir. Am ersten Taj begleitet mich ein Amerikanischer Freund, welchen ich im Hotel kennengelernt habe. 
Die erste Etappe geht vor mich vom Hotel "Kirinosato" bis zum "Osakamoto-oji" wo ich bei leichtem Regen mein Zelt aufschlug. Mein derzeitiger Host, hatte für mich einen Schlafplatz im Garten eines Freundes von ihm reserviert, in welchem ich die Nacht verbrachte. Auch wurde ich vo Jian's (meinem Host) Freund mit essen versorgt.


Auf den Wegen durch den Wald, dachte ich viel über mein bisheriges Leben nach. Ich hatte Zeit, war allein, warum also nicht. Ich überlegte, was ich schon alles durchgemacht hatte. An die Menschen, welche mich durch die guten und schlechten Zeiten begleitet haben und nie den Glauben an mich und meine Fähigkeiten verloren. Ich dachte an das was noch vor mir liegt. Das bald beginnende Studium, meine Gefühle für gewisse Menschen. Wo würde ich landen? Würde mir das Studium spaß machen? War die Entscheidung nach Japan zu gehen richtig? 
Die letzten beiden Aussagen, kann ich aus heutiger Sicht definitiv mit JA beantworten! 
Japan war die beste Entscheidung meines Lebens! 
Ich konnte so mit vielen Dingen abschließen, da ich den nötigen Abstand hatte. Ich konnte klare Entscheidungen treffen. Ich habe mich als Person weiterentwickelt, was mir, wenn ich in Deutschland geblieben wäre, nicht möglich gewesen wäre. Ich habe Seiten an mir entdeckt, welche ich vorher nicht kannte. Ich habe neue Freunde kennengelernt und alte Freunde wiederentdeckt! Ich habe mit einer alten Liebe abgeschlossen und eine neue, um den halben Globus hinweg begonnen. 
Ich bin selbstbewusster geworden. Ich kenne meine Stärken und Schwächen wahrscheinlich besser als viele andere Menschen in meinem Alter. Ich weiß, was ich möchte und was nicht. 

Doch nun erst einmal mehr zu meiner Wanderung:



Tag 2

Am zweiten Tag ging es für mich allein weiter. In der Nacht hatte es so sehr geregnet, dass mein Zelt pitsch patsch nass war und mein Rucksack somit nochmal gefühlte 5kg mehr wog!! 
Ich hatte noch gute 22km vor mir. Es nieselte immer wieder, die Wege waren rutschig und ich hatte Höhenunterschiede von bis zu 400 Höhenmetern. Nach gut der hälfte des Weges machten sich auch langsam die Blasen an meinen Füßen bemerkbar, was das Laufen nicht angenehmer machte. 
Doch die Landschaft entschädigte für all diese Entbehrungen. 






Zelt und Landschaft am Morgen. Nass und neblig vom Regen der Nacht, aber trotzdem irgendwie echt schön. 



Zum Ende hin kam doch dann wirklich noch die Sonne raus. Im Wald bekam ich davon nicht all zu viel mit, jedoch konnte ich ein wundervolle Lichterspiel in den Randgebieten und auf den Wegen beobachten. 


Endlich da! Insgesamt gute 35 km in den letzten zwei Tagen! 
Ohne Wanderschuhe und entsprechende Ausrüstung schon eine starke Leistung! 
Belohnt wurde ich mit einer wunderschönen Tempelanlage (auf der fotografieren leider verboten war) und leckerem Toast und Kaffee. 


Das nächste mal bereite ich mich besser vor. 

Als ich von der Reise durch mein Leben wieder kam (und damit ist die Rückkehr in das Hotel Kirinosato gemeint) sagte Jian zu mir: "Now you look like a Woman who knows what she want." (Jetzt siehst du aus wie eine Frau die weiß was sie will). Und damit hatte er sowas von recht! 
Ich spürte wie die neue Motivation da war. Motivation neues zu lernen. mehr Japanisch zu sprechen und mich vor meiner Rückkehr nochmal richtig rein zu hängen. Ich verwarf den Plan, nach Takahara gleich wieder zu meiner ersten Gastfamilie zu fahren und entschied mich dafür, den Fuji-san noch zu besichtigen und zwei Wochen in Tokyo zu verbringen. 

Dazu in den nachten Post's mehr. :D 

Montag, 14. November 2016

Neue Wege

Konbanwa meine lieben Leser.

Bitte entschuldigt die lange Funkstille, hier auf dem Blog. Es ist einiges Seit meinem letzten Eintrag passiert und ich verspreche euch, in den nächsten Tagen und Wochen das aufzuholen und die Bilder zu zeigen, welche ich zwischen Mai und Jetzt gemacht habe und zu berichten, was alles so passiert ist.

Hier erstmal ein kleiner Überblick, worauf ihr euch in den nächsten Wochen freuen dürft:

1. Ich vervollständige die restlichen Japan Post's bis zum 16. Juni, dem Tag meiner Rückreise.

2. Ich plaudere etwas aus dem Nähkästchen und erzähle, wie es bei mir im Moment Privat aussieht und was sich in den letzten 4 Monaten verändert hat.

3. Ich weihe euch in in meine Pläne, plaudere vom Studium und mache neugierig auf weitere Reisen.

Ich hoffe, ich schaffe es neben der Uni diesen Blog am Leben zu halten und euch immer wieder Dinge zu präsentieren, damit ihr nicht den Spaß am lesen verliert. :)

Zum Abschluss noch ein paar Bilder und im gleichen Zug ein kleiner Vorgeschmack auf einen der kommenden Beiträge.